Tuesday, 12 April 2011

Teil 2: Das Leben mit und im Campervan

Hello again!

Circa ein Monat ist nun also vergangen seit dem Aufenthalt bei Ian. Ein war ein Reisemonat und er war großartig!

Da sich der Besitzer des Restaurants nicht wieder gemeldet hatte habe ich beschlossen direkt mit der beiden Italienern Richtung Südwesten zu reisen und York zu verlassen.  Dort wollten wir einen Job auf einer Obst- bzw. Weinplantage suchen. Die Jungs waren nach dem Kauf des Vans total abgebrannt und brauchten dringend einen Job und ich wollte eh früher oder später in den Südwesten reisen. Ich fand die Vorstellung nicht so schlecht mal auf einer Plantage zu arbeiten und Obst zu pflücken. 300 km südlich von Perth angekommen versucheten wir alles um einen Job zu bekommen: Von Job-Agencies über Working Hostel, Online Bewerbung bis schließlich direkt zu den Besitzern der jeweiligen Plantagen zu fahren und direkt nach Jobs zu fragen. Nichts half, da wegen der Überflutung Queenslands und anderen Anbaugebieten ungefähr alle sich in Australien aufhaltenden Backpacker gerade im von Unwettern verschonten Südwesten waren um wie wir hier arbeit zu finden. Da ich gerade noch nicht so besonders darauf angewiesen sofort Geld zu verdienen war das alles nicht so schlimm für mich. Die Italiener waren da ein wenig besorgter, aber nur ein wenig. Es war eigentlich alles ziemlich relaxed denn die Italiener an sich sind seeeeehr langsam und wenn ich das sage könnt ihr euch ja vorstellen wie langsam das sein muß :) Der Waaahnsinn. Wir haben so ziemlich nichts gemacht (außer der Jobsuche) als abgehangen und gequatscht und jeden Abend irgendwelche andere Backpacker getroffen die auch auf der Suche nach einem kostenfreien Platz für die Nacht waren...und gekocht und gequatscht. Großartig! So ging das ungefähr eine ganze Woche lang. Danach haben wir dann zwei Franzosen getroffen, Florealle und Thomas. Mit denen haben wir uns auf anhieb sehr gut verstanden und entschieden gemeinsam einen Job zu suchen. Allerdings wurden wir immer wieder auf die nächsten Wochen vertröstet (eine neue Sorte Äpfel sollten dann gepflückt werden). Also schlugen wir die Zeit tot. Das sah dann ungefähr so aus:


Streetmusik...

feiern mit Maga...

und der Band: "Delayed Reaction", die nur für uns gespielt haben, da sonst keiner Interesse gezeigt hat.

Nach einer Woche der Jobsuche entschieden sich die Italoboys an Ort und Stelle zu bleiben und über ein Working-Hostel in den nächsten Wochen einen Job zu bekommen. In der Hoffnung, dass in den nächsten Wochen ein Job frei wird. Das war mir und den neuen französischen Freunden aber zu langweilig und wir entschlossen uns weiter gen Osten bis nach Albany zu reisen und auf einen Anruf einer Farm oder den Italienern zu warten. So verabschiedeten wir uns dann von den Italienern in der Hoffnung sie wieder zu sehen sobald ein Job in der Region frei werden sollte.
Meine neuen Travelmates: Florealle, ein ruhiges Mädchen die Sprachen in Lyon studiert.



und es liebt Ukulele zu spielen...obwohl sie es nicht kann. Sollte in den nächsten Tagen zur Folter für die Ohren werden ;)

Und Thomas:
 mit ihm bin ich komplett auf einer Wellenlänge. Ein ironischer schräger Franzose.

er liebt Gun (Australischer Billigwein in 4 Literkanistern) wie man sieht. :-D

Gemeinsam waren wir also nun auf Tour.

Jeden Tag so ca. 50 bis 100 km von Strand zu Strand.

und suchten uns dann schöne Plätze zum übernachten und abhängen...

um dann ungefähr so aufzuwachen...

oder in den Abendstunden ein wenig Angel zu gehen...

gemeinsam mit Thomas natürlich der übrigens ähnlich erfolgreich ist beim Angeln wie ich... es gab also nie Fisch :-D

Hier war es auch schön: Little Beach in Albany.

und hier am City Steg am Inlet von Walpole.

 Sonnenuntergang in Denmark (Elephant Rocks)

Es ging aber auch viel durch Wälder hauptsächlich mit Karri-Bäumen. Riesig!

hier kann man es vielleicht besser erahnen...

andere Küstenbereiche sahen dann so aus...

oder so...

wir waren natürlich auch schwimmen...

und schnorcheln...

und Party machen...

oder mit anderen Backpackern abhängen.

Das ist Jess, sie haben wir später kennengelernt. sie ist circa eine Woche mit uns gereist und war die erste Person die gemeinsam mit mir im Van übernachten durfte...Deutsch-Brasilianerin...hot...aber wir waren anständig ;)

In Albany haben wir dann auch schließlich einen Job gefunden. Allerdings nur für zwei Tage. Wir waren Weintrauben ernten und es hat Spaß gemacht. Man konnte sich die ganze Zeit hervorragend unterhalten da man immer gemeinsam mit einer anderen Person gegenüber eine Rebenreihe erntet.

Mit Mathieu, Till, Noemi war es auch sehr schön. Sie haben wir in Albany getroffen und ein paar Tage gemeinsam mit ihnen verbracht. Cyril (ganz links) haben wir auch dort getroffen. Er ist ein professioneller Angler und von nun an gab es auch mal Fisch auf den Teller. Von Mathieu habe ich das Sperrfischen gelernt. Ein paar Fische habe ich auch schon gekriegt, aber ist nicht ganz so einfach...ähnlich wie das Fischen :-D

Zusammen waren wir an der Frenchman Bay in Albany. In Albany sind wir gleich eine Woche geblieben, weil es dort so schön war...

und sind durch den Busch gewandert und ähnliches.

Mein Rhythmus hier ist übrigens ganz anders als in Deutschland. Stehe meistens mit den ersten Sonnenstrahlen gegen 6 Uhr auf genieße den Sonnenaufgang und gehe früh schlafen.

Pelikane treffen kann man auch überall. Aber Vorsicht beim Angeln mit den gefangenen Fischen. Dir Jungs haben keine Scheu sich die Fische aus den Fingern zu krallen.

Generell ist beim Angeln auf Felsen Vorsicht geboten. Ich wäre fast einmal von einer King-Wave (urplötzlich auftauchende riesige Welle) vom Felsen gespült worden. Habe zum Glück nur einen Flip Flop verloren und kleinste Narben davongetragen. In Albany ist ein paar Tage später ein Angler ums Leben gekommen...wir haben uns nun entschieden vom Strand aus zu angeln :-D...geht auch.

Meistens haben wir Spaß inne Backen...

und klettern Bäume 75 Meter hoch...

um einen fantastischen Ausblick zu genießen.

Thomas ist mir in den letzten Wochen echt ans Herz gewachsen, aber man muß sich auch verabschieden können. Ich werde die kommenden Tage in Perth verbringen und eine nächste freie Unterkunft bei Australiern genießen. Habe ich auf der Party in Albany kennengelernt und beim Surfkontest (mit Kelly Slater) letztes Wochenende in Margaret River wiedergetroffen. Thomas und Florealle werden die nächsten Tage auch nach Perth kommen und wir uns bestimmt treffen. Jess ist auch hier. Es wird also wahrscheinlich wieder ganz gut. Ich freue mich schon Perth nochmal aus einer ganz anderen Sicht kennenlernen und vielleicht mit den Franzosen später weiter Richtung Norden zu reisen, oder auch nicht...what ever! Freu mich auf das was kommt und werde euch berichten. Verabschieden möchte ich mich mit einem letzten Bild zum Träumen.

Bis bald...

Monday, 14 March 2011

Teil 1: Ankunft und die ersten Tage in Australien.

Hallo zusammen und willkommen zu meinem Block!

Wie die meinsten von euch ja schon wissen werde ich voraussichtlich für die nächsten 15 Monate Australien und Neuseeland bereisen. Insofern werden wir uns für lange Zeit nicht sehen. Damit ihr mich nicht ganz vergesst und weiterhin an meinem Leben teilhaben könnt, habt ihr nun jederzeit die Möglichkeit durch diesen Block zu verfolgen was ich hier so anstelle. Genauso habt ihr hier die Möglichkeit ganz unten auf der Seite von euch hören zu lassen. Falls ihr nicht über diese Plattform mit mir kommunizieren möchtet schreibt mir einfach ne E-Mail: markus.traebert@gmx.de wenn euch danach ist. Ich werde mich auf jeden Fall über jedes Lebenszeichen eurerseits freuen.

Am 22. Februar ging es also um 15.32 Uhr bei Temperaturen um den Gefrierpunkt vom Bahnhof in Telgte los. Von Frankfurt über Singapur landete ich am 24. Februar um 2:30 Uhr Ortszeit bei 24 Grad in Perth (Western Australia). Nach einer seeeehr kurzen Nacht lernte ich direkt ein deutsches Mädel kennen, die direkt über mir im Hochbett des Hostels geschlafen hat. Sie war schon 7 Monate in Amerika, Neuseeland und Australien unterwegs und an das Travellerleben gewöhnt. Zusammen haben wir eine Tour durch die Stadt und zum Kings Park gemacht. Es war ein perfekter Start, da sie von ihren Reiseerlebnissen berichtete und ich ihr völlig erschöpft einfach nur zuhören konnte. Sie hat mich den ganzen Tag über wach gehalten. Abends beim Essen habe ich dann Bekanntschaft mit Menschen verschiedenster Nationalitäten gemacht. Amerikaner, Neuseeländer, Kanadier, Schweden und natürlich Deutschen. Wir hatten ein paar Bier und nen entspannten Abend. Die nächsten Tage habe ich damit verbracht die nötigsten Dinge zu erledigen, wie eine Steuernummer zu beantragen, mir eine Pre Paid Karte zu besorgen, einen Bankaccount einzurichten, mein Visa in meinen Passport eintragen zu lassen und natürlich mich über verfügbare Campervans zu informieren. Nach getaner (Arbeit) ging es dann nach Fremantle und Cottesloe. Fremantle ist ein sehr alter Stadtteil/Vorort von Perth wo schon die ersten Schiffe mit Einwanderern bzw. Verbrechern aus Europa den Südwesten Australiens ansteuerten. Noch heute besitzt Fremantle den größten Hafen ganz Westaustraliens. Dort ankern riesige Frachter und stehen schlange um ihre Ware loszuwerden. Kaum vorstellbar wenn man aus Europa riesige Hafenstädte wie Hamburg oder Rotterdam kennt, da Fremantle eigentlich ein winziges Kaff ist. Cottesloe ist der schönste Strand von Perth, perfekt mit der Bahn zu erreichen und wirklich wunderschön und sauber mit einer traumhaften Strandpromenade die zu Joggen oder spazierengehen einläd.
Insgesamt hatte ich mir während der vergangenen Tage 6 Vans angeschaut, wovon eigentlich nur einer für mich in Frage kam. Er sah sowohl vom Motor her als auch von der Inneneinrichtung sehr gut aus. Ich habe zwar nicht die geringste Ahnung von Motoren, aber er sah irgendwie sauber und gepflegt aus. Ausserdem sagte mir das sehr nette kanadische Pärchen welche den Van verkaufen wollten, dass der Vorbesitzer ein deutsches Pärchen war und davor der Wagen von einem Mechaniker gefahren wurden. Was mich irgendwie beruhigte. Nun ja, weil ich diesen Van unbedingt haben wollte und sonst kein anderer Van in Frage gekommen wäre musste ich wesentlich tiefer in die Tasche greifen als ich mir ursprünglich vorgenommen hatte, nämlich 4700 Dollar etwa 3500 Euro zücken. Dafür habe ich alle anderen Interessenten ausgeboten und "Hans" (die Kanadier hatten ihn wegen der deutschen Vorbesitzer so getauft) gehörte somit ab dem 2. März mir. Yeah!!! Die Tour konnte also beginnen.
Meine erste Nacht mit Hans verbrachte ich natürlich in der Nähe von Cottesloe, wo ich erstmal joggen gegangen bin und mir nachher den Sonnenuntergang anschauen konnte. Am nächsten Tag entschied ich mich dann dafür Ian zu besuchen. Ian habe ich beim Autokauf kennengelernt. Er wollte mir seinen Van einer französischen Travellerin verkaufen die bei ihm einige Zeit untergekommen ist. Wir hatten einen so netten Plausch als er mir den Vanverkaufen wollte, dass ich schon fast ein schlechtes Gewissen hatte ihm abzusagen. Aber Hans ist mir wie schon erwähnt sofort ans Herz gewachsen. Dass ich ihm seinen Van nicht abkaufen wollte war ihm dann auch völlig egal und lud mich trotzdem zu sich nach Hause in York ein (100km östlich von Perth). Hier bin ich nun schon seit einigen Tagen und es ist grossartig. Er ist ein lustiger alter Kautz der in Busch aufgewachsen ist und später Expeditionen durch Australien organisiert hat. Dementsprechend weiß er fast alles über dieses Land und gibt einem hilfreiche Tips für die bevorstehende Reise. Hier bekomme ich einen Einblick in die Lebensweise der Australier. Sehr gechillt. Jeden Abend kommen irgendwelche Nachbarn oder Freunde von ihm vorbei und trinken ein Glas Wein mit uns, bringen die Kinder mit und quatschen ein wenig. Der Slang der Australier ist allesdings schrecklich und ich hab alle Mühe zu verstehen was sie da eigentlich von sich geben. Aber es wird von Tag zu Tag besser. Die letzten Tage waren ein paar italienische Traveller da um sich den Van zu kaufen. Danielle und Davide sind echt cool und wir haben uns entschieden in Kontakt zu bleiben und auf jeden Fall eine Zeit lang miteinander zu reisen. Sie wollen direkt runter nach Margaret River einem Weinbaugebiet im Südwesten Australiens wo gerade die Traubenernte ist. Eine gute Gelegenheit für Backpacker die Reisekasse aufzubessern. Vielleicht fahre ich direkt mit ihnen runter und tue es ihnen gleich, habe mich aber hier in York für einen Job in der Bar beworben und muß mal schauen ob ich diesen bekomme. Wäre auf jeden Fall wesentlich entspannter. Könnte hier bei Ian weiterhin umsonst wohnen und an meinen freien Tagen könnte ich gute Tages bzw. Wochenendtrips in der Region machen...Mal schauen was so passiert bin schon sehr gespannt. Hab übrigens gerade meine erste Redback-Spinne live gesehen. Ian hat sie beim Reinigen seines Oldtimers entdeckt. Der Typ ist echt furchtlos was das angeht. Ich wollte natürlich sofort ein Foto machen und postierte mich im sicheren Abstand schön mit meinem Teleobjektiv um ja nicht zu nah ran zu müssen, und als sie dann endlich heraus kam war Ian total enttäscht weil sie so klein war. Ich hab natürlich sofort abgedrückt und war voll stolz eine Redback-Spinne fotographieren zu können. Ian ist direkt in alle dunklen Ecken seines Schuppen gegangen um ein viel größeres Objekt für mein Foto zu finden. Jeder Versuch ihn davon abzuhalten war zwecklos, ich konnte ihm noch so oft sagen, dass ich wirklich absolut zufrieden war mit dem Foto und überhaupt die Spinne gesehen zu haben. Nun ja, irgendwann hat er sich dann doch geschlagen gegeben nachdem wir nur noch ein paar Daddy-Longlegs gesehen haben, die so viel Gift in sich haben einen Menschen in ziemlich kurzer Zeit zu töten. Ian hat sich allerdings nur kaputt gelacht, denn diese Art von Spinne hat viel zu kurze Zähne und ist nicht in der Lage durch die Haut von Menschen zu beißen. Na dann dachte ich mir, lach ich einfach mal mit. Heute Abend gibt es dann bestimmt wieder Rind, denn Ian ist der Auffassung wir deutschen müssen immer ganz viel Fleisch essen. Er hat erstmal 12 kg besorgt für die nächsten Tage. Also gibt es jeden Abend ein saftiges Steak mit ordentlich gutem Rotwein aus Südaustralien. Zusammen mit den Italoboys wird es bestimmt wieder ein hervorragender Abend. Mehr gibt es das nächste Mal. Beste Grüße an euch alle.

Perth vom Kings Parkaus gesehen.

Ians Haus

Das Haus von der anderen Seite mit meinem neuen Van.

Einer von zwei Oldtimern.

Mein Zimmer bei Ian.

Daniele (Maga)

Davide.

Nach ordentlich Suedwestaustralischem Rotwein in Ians Vorgarten.

So bin ich jeden Morgen aufgewacht.

Ian und die girls.

Bullants. 1,5 cm lang!!! Ein Biß schmerzt eine Stunde lang. Hatte aber Glück.